> Gesundheitsversorgung

Flüchtlinge und Asylsuchende haben Anspruch auf medizinische Versorgung. Die wichtigsten Informationen hierzu hat das Bundesministerium für Gesundheit zusammengestellt und den Ratgeber für Asylsuchende in verschiedenen Sprachen (deutsch, englisch, arabisch, kurdisch und pashti) herausgegeben. Die Kassenärztliche Vereinigung bietet Informationen speziell für Baden-Württemberg.

Krankenhausversorgung
Die Deutsche Krankenhaus-Gesellschaft gibt in ihrem Flyer Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen und Asylsuchenden einen Überblick über die rechtlichen Grundlagen und praxisrelevanten Fragestellungen bei der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen und Asylsuchenden in deutschen Krankenhäusern. Landesrechtliche Regelungen und Rahmenvereinbarungen sind nicht berücksichtigt.

Dolmetscherdienste bei der medizinischen Versorgung
Eine große Hürde bei der medizinischen Untersuchung und Behandlung können die fehlenden Sprachkenntnisse der Flüchtlinge sein. Über das Onlineportal „Flüchtlinge verstehen“ können bei der Behandlung von Flüchtlingen kostenfrei Dolmetscherdienste in Anspruch genommen werden und sprachkundige Dolmetscher*innen per Internet hinzuschalten. Einige Sprachen stehen immer zur Verfügung, andere haben keine festen Bereitschaftszeiten. Ausführliche Informationen enthält der Flyer Flüchtlinge verstehen.

Materialien zur medizinischen Versorgung
Es gibt eine große Auswahl von Broschüren und Hilfsmitteln in verschiedenen Sprachen, um die Verständigung rund um die medizinische Versorgung zu erleichtern. Einen guten Einstieg bietet das Bildwörterbuch Gesundheit. Der Verein für bildgestützte Sprache und Kommunikation bietet eine Vielzahl von Downloads von Broschüren und Faltblättern an, u.a. zu den Themen:

  • Anamnesebögen in vielen Sprachen
  • Therapiepläne in vielen Sprachen
  • Hepatitis B und C
  • HIV I und II
  • Grippe und Schweinegrippe
  • Kopfläuse
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Krätze
  • Krankengymnastik
  • Zahngesundheit

Unterstützung für traumatisierte Flüchtlinge
Viele Flüchtlinge haben in ihrem Heimatland und auf der Flucht Traumatisches erlebt. Ein großer Teil von ihnen leidet noch lange unter den schrecklichen Erlebnissen. Diese Menschen fühlen sich bedroht, obwohl keine akute Gefahr mehr besteht. Sie sind schreckhaft und übermäßig wachsam. Sie leiden unter überfallartigen Erinnerungen (Flashbacks) und vermeiden Gedanken, Situationen und Menschen, die sie an das Erlebte erinnern.

Flüchtlingshelfer wissen häufig nicht, wie sie traumatisierte Flüchtlinge angemessen unterstützen können. Deshalb hat die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) einen Ratgeber für haupt- und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer veröffentlicht. Sie informiert darüber, wie sich eine traumatische Erkrankung bemerkbar macht und erläutert, was Flüchtlingshelfer und Eltern traumatisierter Kinder tun können oder lassen sollten.